2007
23
Mai
B E R L I N, vom 16. – 18. Mai 2003
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Die ersten drei Tage Berlin – und ich werde sie nie vergessen!
16. Mai: Abreisetag
Es ist 14:45, hab ich auch alles? Nichts vergessen? Geldbeutel, Handy, Gepäck – alles da! Puh, dann kann’s ja losgehen. Auf, vom Frankenland das erste mal in unsere geeinte Bundeshauptstadt, zu Wowi und Schröder
Kurz nach 15Uhr geht es nun also los, unsere Fahrt; fängt schon mal gut an: erst mal köpft jeder Aldi-Rigo und Aldi-Smirnoff, nachdem das Gepäck verladen und das Sitzplatz-Finden so gut verlaufen ist im Bus.
Doch wenige Minuten später, unserem Ziel scheinbar nahe: Autobahnschild „A9 – Berlin“, doch bis dahin trennen uns noch rund 400km, so tuckern wir fröhlich auf der Autobahn vor uns hin, prosten vor uns hin und der ein oder andere hatte schon einen schweren Tag hinter sich und muss sich erst mal davon erholen.
Kleine Tiefschläge wie 30 Minuten Baustellenstau bei Bayreuth erschüttern niemanden, im Hinblick auf unser und mein Ziel. Doch so langsam machen sich nach gut 1 ½ h Fahrt Aufschreie der Raucherfraktion breit und so legen wir unseren ersten Halt bei Hof, gleich hinter der ehemaligen Grenze des Eisernen Vorhangs unsere eigentlich 10minütige Pause ein; aus diesen wurden berechnenderweiße 20 Minuten, da der ein oder andere Bedürfnisse hatte. Ich besuchte anbei die Raststätte „Marché“ um mir ein Mettbrötchen und ein belegtes Tomatenbaguette zu bevorraten.
Fröhlich ging es über Stock und Stein, bzw. Betonplatten und Baustellen weiter bis zum nächsten Päuschen bei Leipzig, kurzer Toilettengang lohnte sich: Alles blitzblank.
Frisch „geschminkt“ schmeckt sich auch das Mettbrötchen viel besser. Ab nun beschlossen wir, keine weitere Pause einzulegen. Und so war es auch, als wir Punkt 19Uhr die Stadtgrenze zu Westberlin voller Ehrfurcht überfuhren. Über die Straßen Berlins wunderten wir uns, wegen der besonderen, 4spurigen Breite. Passend zu Berliner Musikern, wie Die Ärzte oder Nena tuckern wir vorbei an der Gold-Else (Siegessäule), der Straße des 17. Junis hin zum Brandenburger Tor, das sich allerdings jeder von uns viel größer vorgestellt hatte.
Mit Gänsehaut beobachte ich den Zick-Zack-Verlauf der ehemaligen Mauer, die Berlin und somit ganz Deutschland teilte. Flott ging es dann „Unter den Linden“ zum Alexanderplatz bis hin zur Landsberger Allee, in welcher sich unser Vier-Sterne-Hotel (www.quality-hotel-berlin.de) befindet.
Da waren wir nun. Berlin, ich bin da! Das erste Mal!
Hotel Wilhelmsberg hieß es also, Bezirk Lichtenberg/Hohenschönhausen.
Ausladen-Einchecken war nun angesagt. Von den drei 14-stöckigen Gebäuden wohnten wir in Haus II, 1. Stock, alle 17 Personen in einem Gang, ich N°130 – Schlüssel?? Magnetkarte! Kein Treppenhaus? Fahrstuhl! Der überaus nette Page ist uns behilflich. Hier bekommen wir das erste Mal die „Berliner Schnauze“ zu hören. Erstauntes Betreten des Zimmers: Ist doch der Fernseher an?! Videotext? Ah, Hoteltext! Willkommen! Komplette Menüführung, Infos, TV, Radio, etc., etc.
Doch es bleibt ja keine Zeit für Bewunderungen: Schnell Frischmachen, denn es ist spätes Abendessen angesagt. Es gibt Salat, Reisfleisch und als Dessert Vanille & Kirschen. Dazu probierte ich mein erstes und letztes Berliner Pilsener, sehr bitter!
Um 23Uhr waren wir also fertig, nicht nur mit dem Essen – sondern auch „fix“. So wurde aus der Idee, fort zu gehen, nicht mehr viel. Alle sammeln sich irgendwie in der Hotel-Bar „Casablanca“, ich gönne mir einen herrlichen Caipi und eine Art Erdbeer-Squirel.
Gegen Mitternacht suchte ich für 20min á 10ct. das Internet an der I-Net-Station in der Lobby heim und lasse mir anschließend das U-/S- und Straßenbahnnetz anhand von Karten aushändigen. Nach einem kurzen Kontrollcheck im Casablanca falle ich im 01:30Uhr todmüde ins Bett, genieße ein Gläschen Baileys und stelle den Weck-Service auf 08:00, denn um 10Uhr ist Stadtrundfahrt angesagt. *weg schnarch*
17. Mai: Der große Tag…
*PIEPS PIEPS PIEPS* Fünf Minuten später… keine Reaktion… Oh man, wer ruft denn jetzt schon so früh am Morgen an… was? 8:05? Rezeption Berlin? Ach Weckruf! Aha! Guten Morgen!
Etwas verschlafen hüpfe ich aus dem Bett, dusche mich im wunderschönen Bad, style mich und husche gegen 9Uhr fit für den Tag aus dem Zimmer zum Breakfast. Langes Buffet, alles erdenkliche, von Rührei, Salate, über Wiener Würstchen bis hin zum O-Saft: Alles da! Uff, gestärkt für den Tag geht es runter zur Lobby, keiner da, außer ich! Nun heisst es abwarten bis jemand kommt. Flirteleien mit dem Pagen und der Rezeption sind auch hier an der Tagesordnung.
Um Punkt 10 Uhr geht es los, Sport-Forum, Landsberger Allee, vorbei an H&M-Riesenposter mit Heidi Klum an der Bauruine hin zum Alexanderplatz, vorbei an der Weltzeituhr, dem Fernsehturm, am Roten Rathaus. Über die Friedrichstraße zu Unter den Linden quer durchs Regierungsviertel, ums Brandenburger Tor rum, am Reichstag vorbei auf in den Westen auf der Straße des 17. Junis. Am Potsdamer Platz[inspic=14,left,fullscreen,thumb]vorbei durch bis zum Kurfürstendamm, schnurrgerade aus bis zum Kaiserdamm zum Olympiastadion. Was hier wohl so interessant ist, ist fraglich.
Nunja, nach kurzer Pause geht es wieder quer durch die City hin zum Potsdamer Platz. Nun ist Shopping angesagt von 14:15Uhr bis 16:30Uhr. Ich quäle mich durch die Gassen, über die Straßen mit dem quälenden Verkehr, ein Hochhaus: „Schnellster Fahrstuhl von Europa“. Nanu, denk ich, ist der nicht in Paris? Das Haus hier hat doch höchstens 20 Etagen. Auf dem Potsdamer Platz steh ich nun und versuche mir Überblick zu verschaffen, der Augenmerk ist erst einmal auf das animierte „Matrix Reloaded“ Poster gerichtet. Aber nun geht’s rund! Pfeifen, Trällern, Banner. Musik! Eine Demonstration von ver.di! Nein, nicht eine! DIE! Ich ärgere mich, dass ich leere Batterien mitgenommen habe. Kurzentschlossen gehe ich einfach an der Demonstration mit. Aha: Gegen Schröder und den Sozialabbau! Das ist doch schon was. Ich bin immer einen Schritt schneller, vorbei an allen anderen, der Musik, der Fernsehkamera, vorbei am Bundesratgebäude. [inspic=3,right,fullscreen,thumb]25Minuten benötige ich, dann bin ich an der Spitze der Demonstration, ich nähere mich immer weiter dem Fernsehturm, also dem Alexanderplatz, mein zukünftiger Ausgangspunkt. Dort angekommen wundere ich mich über die vielen roten Luftballons. Plötzlich kommen sie von allen Seiten her: ver.di, PDS, FAU (Freie Arbeiter Union, links-radikal). „Demonstrationsschleimer“ hab ich sie nennen gehört, wobei man allesamt froh ist, dass sie die Berlin-Brandenburgische Generaldemonstration ver.di’s mit [inspic=2,left,fullscreen,thumb]nsgesamt mehr als 15.000 Leuten unterstützen. Der Alexanderplatz füllt sich. Die Band spielt auf der Tribüne Musik. Ich kehre ein bei der Galleria Kaufhof und suche erneut das Internet heim für 30 Minuten. Danach kaufe ich mir Batterien. Endlich fotografieren! Uff, heiß und sonnig ist es heute! Wolkenlos. Erst mal einen Überblick hier knipsen! Schön isses doch! Der Fernsehturm! Da will ich jetzt hoch, und so sei es, koste es was es wolle.
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Also, schnell durch den S-Bahnhof, das Rote Rathaus im Blickwinkel. Ins Empfangsgebäude rein und sich erst mal eingereiht in die lange Schlange.
Relativ schnell war ich eine Etage höher an der Kasse! 6,50€ Eintritt für den Fahrstuhl![inspic=11,left,fullscreen,thumb] Das ist Hammer! Aber was soll’s, nirgendwo sonst hat man diesen tollen Ausblick. Und rein geht’s in den überaus modernen Fahrstuhl… Türe zu – Affe tot, auf geht’s in den Himmel. Der Druck auf den Ohren, das Versinken im Boden beim Anfahren, die Höhenanzeige bis auf 203 Meter, das anschließende abbremsen und kurze abheben! Ein ulkiges Gefühl und somit ein tolles Erlebnis! Oben angekommen drehte ich eine runde in der Panorama-Etage. Da dachte ich noch, dass sich die ganze Kugel dreht! [inspic=7,right,fullscreen,thumb]Nach kurzem anstehen an der Treppe zum Tele-Café darf ich mich zu zwei älteren Damen, die allerdings sehr nett erscheinen, setzen. An Tisch neun: „Er fährt gerade vorbei“ meinte unten der Treppen-Pförtner! Zu meinem Entsetzen drehen sich nur die Tische auf einer Scheibe. Zweimal die Stunde. Nunja, nach dem ersten Entsetzen kann ich die wunderbare Aussicht aus 207 Meter auf das geeinte Berlin genießen. Keine Grenzen, keine Länder kann man von hier oben sehen! Allerdings die vielen tausend Ameisenmenschen auf dem Alexanderplatz. Bewölkt wurde es langsam. Aber es war draußen immer noch heiß! Hier war es sehr schön gekühlt und gelüftet. Eine wunderbare Atmosphäre!
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Die Damen waren also mit einer Reisegruppe aus Thüringen, „Damals noch im Osten, da drehte sich das Café nur einmal die Stunde, damit man den Westen länger bewundern konnte!“ – „Nein, Margit, da waren die Motoren nicht so Leistungsstark!“. [inspic=9,right,fullscreen,thumb]Soso, nach einem „Cup Dänemark“ und einer Cola war ich wieder fit für meine weitere, wichtige Verkehrsmittelerkundung, nach einer Umdrehung, also 30Minuten verließen wir unseren Standpunkt und fuhr mit den angegrauten Damen wieder nach unten. Im Fahrstuhl: „Junger Mann, bitte nehmen sie Ihren Rucksack ab! Du weißt, ich bin Superman: Ich kann fliegen!“ Und bei dem Stichwort „Fliegen“ ging es – ZACK – abwärts in die Tiefe. [inspic=10,left,fullscreen,thumb] Wieder unten angekommen verabschiede ich mich für die netten 30 Minuten bei den Damen und besänftige mich von meinem Höhenflug. Dort kehre ich in den Souvenirshop und kaufe voller Ehrfurcht ein Stück Mauer. Meine Verabschiedung „Adele!“ löste Verwunderung im ganzen Laden aus.
15:15Uhr: Zurück im Bahnhof Alexanderplatz angekommen kaufe ich mir ein[inspic=12,right,fullscreen,thumb] Tagesticket des BVG für günstige 6,10€. So steige ich nun in die S-Bahn Richtung Zoologischer Garten. Allerdings lege ich einen Zwischenstopp in Friedrichstraße ein, um mir ein Bild vom ehemaligen Tränenpalast zu machen. Viel ist ja nicht mehr übriggeblieben von den vielen Grenzkontrollen des Bahnhofs.
Also geht’s weiter zum Zoologischer Garten. Dort kurz vor die Tür, um aus der Ferne die [inspic=13,left,fullscreen,thumb]Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu bewundern und zu fotografieren. Dort in die U-Bahn zum Kurfürstendamm.
Doch, Oh Schreck, einen Moment lang nicht aufgepasst, eine Station zu weit gefahren. Nun geht das Chaos los, U-Bahn in andere Richtung in 8 Minuten. Langsam wird’s eng für mich! Noch etwas löst blankes Entsetzen in mir aus: das unruhige Laufen des U-Bahn-Wagens. Pure Angst, der Zug könnte jeden Moment aus den Geleisen hüpfen. Die U-Bahn in Nürnberg ist dagegen der reinste Friedhof. [inspic=16,right,fullscreen,thumb]Am Kürfürstendamm bleibt keine Zeit mehr für Bewunderungen, also geht’s ab in die U1, Richtung Warschauer Straße. Am Gleisdreieck Umstieg in die U2, Richtung Pankow.
Mit einem Liedchen „Sonderzug nach Pankow“ auf den Lippen bleibe ich ganz ruhig, obwohl die Zeit bis 16:30 inzwischen verdammt eng ist. Nur noch 15 Minuten. Potsdamer Platz, aussteigen, in irgendeine Richtung gehen, nur schnell, hoffentlich die Richtige! Aber nein! Plötzlich: U-Bahn-Station Mendelsohn-Bartholdy-Park! Verdammt! Hier war ich doch schon gerade! Einsteige, bis Mohrenstraße fahren! Nein! Wo steht nur der Bus!
Vorbei an der Sat.1-Kugel steh’ ich auf dem Potsdamer Platz und flehe um Abholung, da ich weder ein och aus weiß. Ich stehe kurz vor dem Nervenzusammenbruch, ich hab’ total die Orientierung verloren. Rettung für mich, ich werde abgeholt.
Es wird kälter, es ist bewölkt geworden, hab ich gar nicht bemerkt! Oh Nein! Es fängt an aus Kübeln zu schütten! Frank, bitte komm bald! Ich schmelze!
[inspic=15,left,fullscreen,thumb] Während meiner feuchten Zeit komme ich wieder zur Besinnung und bekomme meinen Orientierungssinn wieder, der unter dem Zeitdruck und der Panik versagt hatte…
Da ist der Bus, innen werde ich mit Jubeln begrüßt. Ich war der einzigste, der sich mehr nur als Shopping und Kino-Besuch rund um dem Potsdamer Platz gewagt hatte. Nein, ich hatte Berlin erlebt und richtig gesehen.
Zurück im Hotel habe ich den letzten Schrecken von mir abgewälzt, hab mich frisch gemacht für den Abend, ich wollte dufte in Berlin ausgehen. Allerdings wollte keiner mit: Grund: Oller Fußball! Na toll, Fußball kann ich mir zuhause auch ansehen, denk ich mir. Geh ich halt alleine!
Nach den Abendessen pack ich also meine sieben Sachen und lasse mir an der Rezeption sagen, wie ich zur Straßenbahn komme, die mich zum Alexanderplatz fährt! [inspic=17,right,fullscreen,thumb]Raus, am Autohaus vorbei, dann rechts bis zur Kreuzung! Aha, danke! Nanu, hier gibt’s ja zwei Stationen, nehm’ ich die, die er mir sagte oder bin ich faul und nehme die, die näher ist?
Von meiner Faulheit inspiriert, nehme ich die kürzere, was ich auch gleich bitterböse bereuen werde.
An der nächsten Station schon frage ich eine Dame, welche mir rät in ‚diese’ an der Straßenbahnstation Herzbergstr. / Weißenseer Weg, Line 8, umzusteigen. So landete ich also an der S-Bahn-Station „Landsberger Allee“ – Ringbahn. Bei einer kurzen Nachfrage, wohin denn die Bahn fährt: „Die fährt immer im Kreis“. Aha! Fahren wir mal Richtung Ostkreuz. Doch nach einem Blick auf meinem Plan steige ich ohne nachzudenken an der Frankfurter Allee nach ein wenig Fußmarsch in die U5 um.
Kalter Schweiß läuft mir am Rücken runter. So eine katastrophale U-Bahn-Station in maroden Zustand habe ich noch nie gesehen! Die Decke nicht verkleidet, der Putz bröckelte, Kabel hingen von der Decke, die Eisenpfeiler total durchgerostet und als die U-Bahn einfuhr knartschte das gesamte Gebälk. Nur weg hier!
Nach 6 Stationen bin ich nun am Alexanderplatz und genieße den Sonnenuntergang während ich an der Einfassung des Brunnens sitze.
Lächelnd beobachtete ich den Abbau des Scientology-Zeltes. Wie kann eine Stadt wie Berlin nur solchen Unfug, wie eine kriminelle Sekte zulassen?
Kalt wird, wenn auch sonnig und wolkenlos. Als es mir zu kalt wird, breche ich nach einer Stunde meine Zelte ab. Also setze ich mich in die S-Bahn und Steige in der Friedrichsstraße in die S1 Richtung Wannsee um, steige allerdings „Unter den Linden“ wieder aus. Voller Verwunderung benutze ich den dort ansässigen Fahrstuhl, der nicht, wie man es gewohnt ist, senkrecht recht verläuft, sondern schräg aufwärts.
[inspic=18,left,fullscreen,thumb] Da war ich also nun, vor dem Brandenburger Tor, unter den Linden am Pariser Platz. Vor mir das strahlende Tor, wenn auch klein, im wunderschönen Abendlicht und Beleuchtung. Voller Erfurcht durchwandere ich das Tor zur Einheit, springe zweimal auf der zur Zeit gesperrten Straße zweimal über die ehemalige Führung der mauer! Osten – Westen – Osten – Westen! Ich folge dem Lauschen der Rockmusik und kehre ein auf der gesperrten Straße. Caipirinha gibt’s hier! Soso, gleich mal einen trinken. „Sagt mal, was wird hier denn gefeiert?“ – „Das ist das Sportiv Festival 2003!“ Aha! Sagt mir jetzt viel, noch eine Thüringer Bratwurst gekauft, so lässt sich die Musik viel besser genießen.
Gegen 23Uhr mache ich mich auf, durchs Regierungsviertel bis zur Friedrichsstraße, es ist sehr kühl geworden, und ruhig in der Bundeshauptstadt!
Von da an mache ich mich auf dem Heimweg, es war ein langer, aufregender und spannender Tag, ich bin müde geworden. Am Alexanderplatz warte ich nun auf meine Straßenbahn Nummer 5 zum Weißenseer Weg. Nach ca. 20 Minuten Fahrt und unzähligen Halten bin ich dort angekommen! Einige schauen immer noch fern, ich gönne mir noch einen Bailey und haue mich dann gegen 1Uhr in die Falle. Gute Nacht. Weckzeit 7Uhr!
18. Mai: Ahoi auf Hoher See & Der Abschied
Oje, als der Fernseher mich weckt schaue ich verschlafen drein! Da hilft kein Jammern und kein Bangen, nach 30 Minuten Rest-Dösen die Augenringe weg schminken und die Koffer packen. Bis zum Frühstück muss ich alles beieinander haben! Auch meine Sinne! Wobei mir das wiederum schwieriger fällt als meine sieben Sachen.
Nach dem Henkersfrühstück ein letzter Flirt mit dem Hotelpagen. Adee, Rezeption, ich werde euch vermissen. So lebt denn wohl!
Koffer verstaut im Bus, so geht es kurze Zeit später auf, wiederum vorbei an Heidi Klum, zum Republikpalast, Anlegesteg der Dampfer. Eine Stunde Fahrt durch die wilden und reißerischen Gewässer der verseuchten Spree in Berlin. Vorbei am Reichstag, dem Kanzleramt oder dem Bahnhof Lehrte. Unter den Brücken fliegen ekelhafte Insekten in die Haare und ins Shirt und in mein Spezi, was die Fahrt nicht sonderlich gemütlich machte. Nach dieser Fahrt wieder am Ufer war eine Freude aller. So kehrten wir im Nikolaiviertel in Café Spreeblick ein, was wir allerdings irgendwie bereuen. Die Bestellung zog sich hin, der Kellner nahm keine Rücksicht auf uns und unser Betteln, so bekam ich erst nach 20 Minuten meine erste Berliner Weiße mit Schuss, Waldmeister! Hmm, Lecker! Kurze Zeit später knallt uns der Kellner eine Rechnung auf dem Tisch und verschwindet wieder, so legen wir alles zusammen peinlich genau ohne Trinkgeld auf einen Teller und geben es ihm „im Auftrag der ganzen Truppe mit einem großen Dankeschön für seine allzu freundliche Bedienung“!
13:30Uhr – Zurück zum Bus: 500 Meter dafür fängt es aus heiterem Himmel an zum kübeln aus Eimern! ICH SCHMELZE!!! Rettung: Im Bus angekommen, Tür zu, Affe wieder tot, adee Berlin! Heimat ohe!
Ein kurzer Aufenthalt bei der Friedrichsstraße: Falun Dafa hat wieder ein wichtiges Anliegen und Demonstriert bei totalen Regenergüssen.
Komischerweise bin ich durch die Bootsfahrt so eingeschläfert worden dass ich von Berlin bis Dessau eingeschnarcht bin, hin und wieder allerdings von meinen eigenen Geräuschen geweckt! In Dessau Einkehr bei McKotz, ich mache dazu noch einen Abstecher in die Tankstelle um mir Ostprodukte zu kaufen: Pfeffi, Schlager Süßrahmtafel, dazu noch als Snack ein Mars.
Von der restlichen Heimfahrt habe ich zum Glück nicht viel mitbekommen, so war es für mich ein schneller Zeitvertreib. Und als wir um 17:30 angekommen sind, heisst es nun Abschied von der Truppe zu nehmen, irgendwie waren wir ja doch zusammengewachsen. Adee, bis bald. Fernweh tat sich auf… Berlin, ich schwöre dir, ich komme wieder… Hoffentlich bald!
Und doch: Ich hab noch einen Koffer in Berlin, deswegen muss ich in 4 Wochen wieder hin (im Sonderzug nach Pankow in den Republikpalast, wenn ihr mich lasst!)
Elias.
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Der Beitrag wurde vor
4 Jahren, 9 Monaten am 23.05.2007 um 21:01 von Elias veröffentlicht.
Autor: Elias











